Stadtplan-Nuernberg.de

Stadtgeschichte von Nürnberg

Die erste urkundliche Erwähnung Nürnbergs stammt aus dem Jahr 1050, wobei die historischen Anfänge der Besiedlung des Ortes bis auf das Jahr 1000 v.Chr. zurück gehen sollen.

Im 11. Jahrhundert wurde die Nürnberger Burg errichtet, als Reichsburg war sie von Beginn an der Herrschaftssitz über die Region, die politische Macht lag bei den Burggrafen.
Dies änderte sich ab dem Ende des 13. Jahrhunderts, als die reichen Kaufmannsfamilien von Nürnberg eine Art kommunalpolitisches Mitspracherecht erhielten. Die Patrizier, wie sie sich nach römischem Vorbild nannten, gründeten einen Stadtrat. Die Mitglieder des Rates besaßen auch Grund und Boden im Umland, so dass sich der Einfluss der Patrizier im Laufe der Zeit weit über Nürnberg hinaus erweiterte. Doch sicherten die Patrizier nicht nur die eigene Macht, sondern zeigten sich auch für das Wohlergehen der Bevölkerung verantwortlich. 1339 ließen sie mittels einer Stiftung das Heilig-Geist-Spital gründen. Ein weiteres Bauwerk der Nürnberger Gotik ist die Katharinenkirche, die bereits 1297 geweiht wurde und Schauplatz der Meistersinger von Nürnberg war. Sie wurde im 2. Weltkrieg stark beschädigt und ist seither als Ruine zu besichtigen.

1423 wurde die Stadt zum Aufbewahrungsort der Reichskleinodien des Römischen Kaiserreiches auserkoren, die in der Stiftskirche des Heilig-Geist-Spitals ihre Schatzkammer fanden. In Nürnberg fanden mehrere Reichstage statt, die Heeresschauen des Römischen Reiches.

Mit der wachsenden Bedeutung des Patrizierrates kam es zum Konflikt mit den traditionellen Herrschern, den Burggrafen. 1450 fanden diese Machtkämpfe im ersten Markgrafenkrieg ihren Höhepunkt, änderten jedoch kaum etwas an der Bedeutung der Patrizier.

Die Jahrzehnte zwischen 1470 und 1530 gelten als Blütezeit der Stadt Nürnberg. Nürnberg gehörte damals zu den reichsten Städten seiner Zeit und wurde von vielen bedeutenden Zeitgenossen zur Heimatstadt erwählt. Hier lebten zwei der berühmtesten Künstler des Mittelalters, Albrecht Dürer und Veit Stoß. In der Lorenz- und der Frauenkirche kann man zwei Skulpturen des großen Bildhauers bewundern.

Auch historische Erfindungen wie der Globus und die Taschenuhr wurden im 15. Jahrhundert in Nürnberg gemacht. Der Landbesitz von Nürnberg war größer als der aller anderen Reichsstädte. Eine Zeitlang war Nürnberg auch eine der angesehensten Universitätsstätten. Zu ihren berühmtesten Studenten gehörten Albrecht von Wallenstein und Gottfried Wilhelm Leibnitz.

Der dreißigjährige Krieg setzte dieser Blütezeit Nürnbergs ein trauriges Ende. Ein fast vierjähriger Stellungskrieg zwischen dem katholischen Nürnberg und den schwedischen Protestanten fügte der Stadt schwere Schäden zu.

Die Zerstörung durch den dreißigjährigen Krieg und die Starrheit des Stadtrates gegenüber der Freiheit von Handel und Handwerk führten zur immer größeren Verschuldung der Stadt. So war es um die Jahrhundertwende zum 19. Jahrhundert für das Königreich Bayern relativ einfach, das geschwächte Nürnberg zu annektieren. Bayern übernahm die Schuldenlast der Stadt, dafür verlor Nürnberg seine Eigenstaatlichkeit endgültig,

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Nürnberg zu einer der wirtschaftlich bedeutendsten Städte von Bayern. 1835 wurde hier die erste Eisenbahnlinie für den Personenverkehr in Deutschland eröffnet, die Verbindung führte nach Fürth.
Die rasante industrielle Entwicklung rief schon früh die Sorge um den historischen Baukern der Stadt wach und so wurde Nürnberg eine der ersten deutschen Städte, die den Denkmalschutz praktizierte. 1837 wurde das Amt des Generalkonservators etabliert, der einzig und allein mit dem Schutz der Nürnberger Kunstdenkmäler beauftragt war.

Dennoch fanden die ersten Nürnberger Fabrikanten noch genügend Orte, um Industrie-Unternehmen zu gründen. 1841 wurde die Maschinenfabrik gegründet, die sich später zum berühmten Markenhersteller MAN weiter entwickelte. Auch die Vorläufer von SIEMENS wurden in Nürnberg errichtet. Eng im Zusammenhang mit der Industrialisierung und dem Entstehen einer großen Arbeiterschaft entwickelten sich auch die sozialdemokratischen Traditionen in Nürnberg. In Nürnberg lebten etwa genauso viele Sozialdemokraten wie in ganz  Bayern.
1871 wurde Nürnberg im neu entstandenen deutschen Reich zur Heimat des ersten deutschen Nationalmuseums, dem Germanischen Museum.

Leider kämpften auch die Nationalsozialisten stark um ihre Anerkennung in Nürnberg. Nach ihrem Sieg 1933 benutzten sie die alten historischen Symbole Nürnbergs für ihre Ideologie. Hitler holte die Reichskleinodien aus Wien zurück nach Nürnberg und ließ sie diesmal in der Katharinenkirche unterbringen.

Die mittelalterliche Tradition der Reichstage wurde mit den Reichsparteitagen der NSDAP neu belebt. Aus dieser Zeit stammt das bombastische Parteitagsgelände von Albert Speer, auf dem die grausamen Rassengesetze verkündet wurden.
Gleichzeitig wurden schon früh die unterirdischen Katakomben von Nürnberg als „Kunstbunker“ für Kriegszeiten eingeplant. In den Kellergewölben, die einst zur Bierlagerung gebaut worden waren, überlebten einige von Nürnbergs größten Kunstschätzen.

In Anbetracht seiner Bedeutung für den Nationalsozialismus wurde Nürnberg ein fokussiertes Ziel der Alliierten. Als Schauplatz der ersten Kriegsverbrecherprozesse der Welt erlang es dann eine neue historische Bedeutung.

Nach dem Krieg konnte Nürnberg an seine einstige wirtschaftliche Bedeutung anknüpfen und sich erneut zu einem der wichtigsten Wirtschaftsstandorte von Bayern entwickeln.

Berühmte Nürnberger

Zu den berühmtesten Nürnbergern zählen neben Veit Stoß und Albrecht Dürer auch Peter Henlein (1485 bis 1542) der Erfinder der Taschenuhr, der Dichter Hans Sachs (1494 bis 1528) und der Komponist Johann Pachelbel (1653 bis 1706)

Der legendäre Kaspar Hauser (1812 bis 1833), das berühmteste Findelkind der Geschichte, war ebenfalls ein Nürnberger.

Bei Wikipedia finden Sie die Liste aller Söhne und Töchter der Stadt Nürnberg:
http://de.wikipedia.org

http://www.nuernberg.de/internet/portal/buerger/nuernberger.html


© 2017 BDP GmbH - M. Karpenko Stiftskirche des Heilig-Geist-Spitals - Albrecht von Wallenstein
Alle Angaben wurden nach bestem Wissen zusammengestellt, sind aber ohne Gewähr!
BDP GmbH BDP GmbH BDP GmbH BDP GmbH